Das Grab von König David
Eine der umstrittensten Epochen in der Biblischen Archäologie ist sicherlich das Zeitalter von König David und seinem Sohn Salomon. In dem Alten Testament nimmt die Beschreibung der Herrschaft dieser zwei Könige einen breiten Raum ein. Aber es gibt auch einige Wissenschaftler, die der Ansicht sind, dass diese Herrscher entweder überhaupt nicht existierten, oder nicht die Bedeutung hatten, die ihnen zugeschrieben wird. Eine frühe Untersuchung, um die Gräber von David und Salomon zu finden, startete Raymond Weill, ein französischer Archäologe, bereits im Jahr 1914.
Aber war er auf der richtigen Spur? Tatsächlich setzte Weill den Spaten an einer Stelle an, die auch in der Bibel erwähnt wird: bei der sog. Davidstadt, in der Nähe der Gihon-Quelle. Dort soll König David bestattet worden sein. Bereits früh war den Experten aufgefallen, dass ein antiker Tunnel, der bei der Gihon-Quelle seinen Ausgang nahm und zur Wasserversorgung der Stadt diente, eine merkwürdige Schleife vollführte – um den Grabkammern dieser Könige auszuweichen? Weill fand tatsächlich einige Kammern, die im Felsen hinein gehauen wurden. Die in seinen Augen interessantesten bezeichnete er mit T1, T2 und T3. Die Kammer T1 war immerhin fast 20m lang - den ultimativen Beweis, dass es sich dabei um Grabkammern dieser israelitischen Könige handelte, fand er aber nicht. Die Stelle, die heute als Davidgrab verehrt wird, ist allerdings nicht bei der Gihon-Quelle, und lässt ich auch nicht bis auf Davids Zeiten um 1000 v. Chr. zurückverfolgen.
Eine Sache, die es noch komplizierter macht, sind Steinbrüche, durch die einige Kammern offenbar nicht mehr komplett erhalten sind. Die Steinbrüche datieren in die Zeit nach 70 n. Chr., also nach dem ersten Aufstand der Juden gegen die Römer. Immerhin gibt es eine aramäische Inschrift, die in Tel Dan gefunden wurde, die das „Haus Davids“ erwähnt, also die Davidische Dynastie (David und seine Nachfolger). Ob ein Inschriftenfund aus dem benachbarten Königreich Moab den Namen „David“ erwähnt, ist bis heute umstritten. Diese außerbiblischen Inschriften sprechen aber immerhin dafür, dass David wirklich existiert hat. Auch wenn die Diskussion darüber wohl noch weiter gehen wird.
Literatur: Jeffrey R. Zorn, Is T1 David's Tomb?
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